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Predigt am 14. September 2014 zur Aktion „Faire Gemeinde“

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faire gemeindeVerehrte Mitchristen, liebe Kinder.
Wie ich schon im Eingang erwähnt habe, hat  im Jahr 2012 das Bistum Osnabrück über die bischöfliche Kommission für Mission, Entwicklung und Frieden die Aktion „Faire Gemeinde im Bistum Osnabrück“ ins Leben gerufen. Allen Pfarrgemeinden im Bistum wurde umfangreiches nformationsmaterial zu diesem Thema zugesandt. Auch wir erhielten dieses , welches mir dann im Rahmen meiner Tätigkeit im Pfarrgemeinderat bzw. Ortsrat unserer Gemeinde übergeben wurde, um doch einmal zu prüfen, ob wir uns als Gemeinde nicht auch an dieser Aktion beteiligen könnten und die im Infomaterial gestellten Anforderungen erfüllen würden.
Worum geht es bei dieser Aktion „Faire Gemeinde“?  Dieses möchte ich Ihnen einmal zu ihrem Verständnis näher bringen:
Mehr als eine Milliarde Menschen auf dieser Erde leben am Rande des Existenzminimums; rund 30.000 Menschen sterben täglich an Ursachen die mit Armut und Hunger einhergehen.


Ungerechte Welthandelsstrukturen geben Ländern des Südens keine ausreichende Ernährungssicherheit und verhindern häufig eine existenzsichernde Produktion. Aber auch die Auswirkungen des raschen Klimawechsels treffen besonders die, die am wenigsten dazu beigetragen haben, nämlich die Menschen im Süden, also unterhalb Europas.
Und hier setzt die Aktion „Faire Gemeinde“ an:  Mit dem Kauf- und Konsumverhalten in unseren Pfarreien und den dazugehörigen Einrichtungen können wir wichtige Beiträge leisten, zum Schutz unserer Umwelt und für gerechtere globale Lebensbedingungen. Jede einzelne Gemeinde entscheidet durch ihren Einkauf und ihr Umweltverhalten mit darüber, welche Produkte wie hergestellt werden. Sie nimmt darauf Einfluss, ob die Produzenten in den südlichen Ländern einen fairen Preis für ihre Produktion erhalten, der ihnen und ihren Familien ein würdevolles Leben ermöglicht.
Papst Benedikt der 16.te nahm seinerzeit dazu wie folgt Stellung:
Es ist gut, dass sich die Menschen bewusst werden, dass das Kaufen nicht nur ein wirtschaftlicher Akt, sondern immer auch eine moralische Handlung ist.
Ferner ist es nützlich, neue Formen der Vermarktung von Produkten, die aus unterdrückten Gebieten der Erde stammen, zu fördern, um den Erzeugern einen annehmbaren Lohn zu sichern.    
Bei der Durchsicht der Unterlagen wurde auch ich sehr nachdenklich und ich stellte mir die Frage, ob unsere Gemeinde wohl die Kriterien erfüllen könnte. Denn es geht  dabei um eine Selbstverpflichtung der Gemeinde die sich an sechs fairen und an sechs ökologischen Kriterien orientiert, die da wären:
Faire Kriterien:
1.  Faire Verköstigung bei Veranstaltungen
2.  Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen zu fairen Handel
3. Faire Geschenke (Präsentkörbe, Produkte aus fairem Handel)
4. Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
5. Fair gehandelte Blumen als Schmuck in der Kirche oder bei festl. Anlässen.
6. Eigene faire Aktivitäten
Von diesen 6 sollten in der Gemeinde mindestens 2 – 3 Kriterien erfüllt werden.
Bei genauer Betrachtung in unserer Gemeinde stellte ich fest, dass es bei uns üblich ist, das bei Veranstaltungen, Aktivitäten, Geschenken oder bei eigenen Aktivitäten sehr darauf geachtet wird oder nachgefragt wird.
Also erfüllten wir ein Teil der genannten Kriterien.

Nun zu den ökologischen also umweltschonenden Kriterien:
1. Vermeidung von Einweggeschirr und Einwegflaschen
2. Umsetzung von Energiesparmaßnahmen (energiesparende Leuchtmittel/Heizung)
3. Einsatz regional und biologisch erzeugter Produkte
4. Verwendung von Recyclingpapier
5. Nutzung von Ökostrom
6. Eigene ökologische Aktivitäten
Auch hier erfüllen wir in unserer Gemeinde einen Großteil dieser Kriterien.
Ich erinnere hier an die energetischen Umbaumaßnahmen die vom Kirchenvorstand  in der Vergangenheit angeschoben worden sind. Ökostrom ist seit langem schon im Einsatz und bei Veranstaltungen kommt unser festes Geschirr zum Einsatz. Bei den regionalen Erzeugnissen  will ich nur an unsere Brotkaufaktion zu Ostern erinnern.
Wichtig!!!
Aber auch in diesem Zusammenhang sei unsere, in den vergangenen 6 Jahren –von unserer Gemeinde besonders unterstützte Aktion- „Nova Esperanza“- genannt, die ja auch dazu beiträgt, Menschen, besonders Kinder und Waisenkinder in den südlichen Ländern das Handwerkszeug sowie die Möglichkeit, sich später einmal durch die erworbene Bildung einen festen Platz auf unserer gemeinsamen Welt zu erwerben.  Hier wird vor dem Hintergrund eines christlichen Engagement mit dem Ziel einer  zukünftig gerechteren Welt als Mitarbeit an der Vergegenwärtigung des Reiches Gottes von unserer Gemeinde viel geleistet. Wir können stolz darauf sein.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf unsere Aktion „Nova Esperanza“ am 05. Oktober 2014 in Weener  hinweisen und als Mitglied des Orga-Team´s  sie alle recht herzlich nach Weener  einladen.
In unserer Gemeinde wird dann kein Gottesdienst sein.  Der Bulli wird nach Weener ab 9:30 Uhr ab Oldersum fahren. Mitfahrgelegenheit wird durch ausliegende Listen, in die man sich eintragen kann, gewährleistet. Hierzu wird aber an den nächsten Sonntagen noch etwas gesagt werden.
Nun aber zurück zu der Aktion „ Faire Gemeinde“:  Wir haben im Pfarrgemeinderat sowie im Ortsausschuss darüber diskutiert. Im Ortsausschuss nun wir waren der Meinung, dass wir eine Selbstverpflichtung nach Osnabrück schicken sollten und damit Flagge zeigen, dass wir auf die Resuorcen  der Schöpfung Gottes Rücksicht nehmen und uns auch in Zukunft dafür einsetzen wollen .
Argumente wie ; Der faire Kaffee schmeckt nicht oder ist für die Kaffeemaschine nicht geeignet, oder gar zu teuer sind heute nicht mehr haltbar.
Genauso wie das Argument: Unser Konsumverhalten hat keinen Einfluss auf die weltweite Armut!
Doch hat es Einfluss, wenn man die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellten Waren,  bzw. die Kinderarbeit überdenkt und sich für einen fairen Einkauf von Produkten entschließt, die die Siegel bzw. ein Label enthalten, die den „Fairen Handel“ garantieren.
Und hier möchte ich auch sie alle dazu anhalten, dass nicht nur in unserer Kirchengemeinde der
Satz                „Faire Gemeinde“
Zum Tragen kommt, sondern dass sie alle heute mit dem Gedanken nach Hause gehen, dieses auch in meinem privaten Umfeld zu propagieren und zu praktizieren.
Auf unsere Selbstverpflichtung hin, haben wir nun eine Antwort aus Osnabrück erhalten:
Wir sollen nun evtl. am 12. Oktober 2014 –Termin ist aber noch nicht von Osnabrück bestätigt-  vom Bistum Osnabrück für unserer Engagement eine Urkunde überreicht bekommen. Hier wird uns der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission Herr Hubert Hoffmann persönlich besuchen und uns diese - in einem besonderen,  von uns gestalteten Gottesdienst- überreichen. An diesem Tage werden wir passend dazu das Erntedankfest feiern und uns im Anschluss des Gottesdienstes im Pfarrer Otten-Haus zu einem Frühstück einfinden. Sie sind heute schon alle sehr herzlich dazu eingeladen.
Amen! 

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