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Lübecker Märtyrer

luebecker maertyrer logo 400x100Vor 70 Jahren, am 10. November 1943 wurden im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis vier Geistliche durch das Fallbeil hingerichtet. Im Abstand von jeweils nur drei Minuten sterben die katholischen Kapläne Eduard Müller, Johannes Prassek und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Sie hatten öffentlich und bei den ihnen anvertrauten Gläubigen gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes Stellung bezogen. Im Zeugnis durch ihr Leben und Sterben haben sie die trennenden Grenzen der Konfessionen überwunden und wurden zum leuchtenden Beispiel wirklicher Ökumene. Am 25. Juni 2011 wurden die katholischen Kapläne seliggesprochen, das ehrende Gedenken gilt weiter allen Vieren.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.luebecker-maertyrer.de zu finden.
(Achtung, externer Link. Wir sind für den Inhalt fremder Seiten nicht verantwortlich.)

 

Gedenkstätte

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Die katholische Kirche St. Michael wurde im Jahr 1775 fertiggestellt. 2014/2015 ist sie renoviert und umgestaltet worden. Der Innenraum hat durch die farblich gestalteten, aber dennoch transparenten Fenster bewusst einen Bezug zur Außenwelt gelassen. Der Kirchenraum wurde verkleinert, dafür wurde in der Kirche ein Gedenkort für die „Lübecker Märtyrer“ und weitere Opfer des Nationalsozialismus geschaffen.

Der Grund dafür ist, dass Hermann Lange, einer der Vier, die 1943 hingerichtet wurden, aus der Kirchengemeinde St. Michael in Leer stammt. Die anderen waren seine Mitbrüder Johannes Prassek und Eduard Müller, sowie der evangelische Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink.  Sie haben in Lübeck das Unrecht beim Namen genannt und sind gemeinsam in den Tod gegangen. Sie wussten sich in Gott vereint, „wir sind wie Brüder“ bezeugte Hermann Lange.

Auch Heinrich Schniers (1880 – 1942), der damalige Pfarrer von St. Michael, wurde im Jahre 1941  wegen angeblicher wehrkraftzersetzenden Äußerungen bei Hausbesuchen inhaftiert.  Er starb an Hunger im Konzentrationslager Dachau.

Auf einem Glasfenster befindet sich ein Schriftband mit dem Zitat aus der Bergpredigt: »Selig, die um der Gerechtigkeit Willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.« Die  vorherrschende Farbe des Fensters ist die Farbe kardinalrot, die Farbe der Märtyrer. Im Symbol des Stammbaums, dargestellt in einem großen Blatt wird deutlich, dass sie in ihrem Leben und Sterben zur Gemeinschaft der Heiligen zusammen gewachsen sind. Das Glasfenster ist etwas eingelassen in die Wand und wird somit auch zum Tor. Links und rechts dieses zentralen Motivs stehen vier Glasstelen mit den Porträts der »Vier Lübecker Märtyrer« mit ausgewählten, kurzen Texten, die sie vor ihrer Hinrichtung verfasst haben. Eine fünfte Glasstele wurde zum Gedenken an Pfarrer Heinrich Schniers aus Leer errichtet. Die Stelen der Vier Lübecker Märtyrer haben eine Höhe von 1,80 m (durchschnittliche männliche Körpergröße) und verweisen in ihrem Maß auf das Baum-Kreuz im Altarraum, das »Kreuz der Vier Lübecker Märtyrer.

Der Gedenkort wie auch das »Kreuz der Vier Lübecker Märtyrer« im Altarraum wurden von dem Künstler Klaus Simon aus Krefeld gestaltet. Dieses Kreuz besteht aus vier gleich langen Holzteilen. Das griechische Kreuz hat ein Gesamtmaß von 3,60 x 3,60 m. Als Material hat der Künstler eine längsgespaltene Eiche verwendet. In der Kreuzmitte spitzt sich jedes Teil im 45 Gradwinkel zu. Die Gehrungen sind nicht geschlossen, sondern halten einen spannungsvollen Abstand. Vier Lebenswege werden deutlich, die in ein gemeinsames Zentrum führen. Die gespaltene Oberfläche betont einen Lebensprozess, es ist nichts geglättet oder geschönt. Das »Kreuz der Vier Lübecker Märtyrer« ist ein Zeichen an der Altarrückwand, das den Gedenkort in die Liturgie hinein nimmt.

(Elke Sieksmeyer)

Sieben Stationen

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Seit Sommer 2016 hängen in der Kirche St. Michael sieben Fotomontagen: Farbige Holzdruck-Ausschnitte aus den Sieben Stationen des Nürnberger Kreuzwegs von Adam Kraft (1506-08) überlagern Schwarzweißfotografien aus dem 2. Weltkrieg von den zerstörten Städten Lübeck und Hamburg, den Orten des Leidens der Vier Lübecker Märtyrer und aus dem Priesterblock des Konzentrationslagers Dachau, wo Pfarrer Schniers zu Tode kam.

Parallel ist ein Begleitheft erschienen. Hier werden Texte der Vier Lübecker Märtyrer aus ihren letzten Lebensjahren, ein Ausschnitt aus dem so genannten Lübecker Martyrologium und Ausschnitte aus der Ansprache von Papst Franziskus vom Karfreitag 2016 im Kolosseum in Rom den Sieben Stationen gegenübergestellt.

Die Bilder sowie die begleitenden Texte des kleinen Heftes sind in digitaler Form auf unseren Internet-Seiten in einer eigenen Rubrik zu finden: http://www.mowelele.de/sieben-stationen

 

Info-Flyer zu Heinrich Schniers und Hermann Lange

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Mit einem Info-Flyer informiert die Kirchengemeinde St. Michael Leer über die Lebensstationen der beiden Leeraner Priester Heinrich Schniers und Hermann-Lange.

  • Pfarrer Heinrich Schniers, 1880 geboren und 1942 im KZ Dachau den Hungertod gestorben.
  • Kaplan Hermann Lange, 1912 geboren und 1943 von den Nationalsozialisten in Hamburg hingerichtet.

Der Flyer skizziert die Lebensstationen dre beiden Geistlichen in prägnanter, informativer Form. Pfarrer Schniers, der 1933 Pfarrer der Leeraner Kirchengemeinde St. Michael Leer wurde, und der in Leer geborene Kaplan Hermann Lange, der um die gleiche Zeit sein Theologiestudium in Münster begann - beide Geistlichen kannten und schätzten sich.


Der Flyer liegt in gedruckter Form in der Kirche St. Michael, Luth. Schulgang 4, 26789 Leer zur kostenlosen Mitnahme aus.

Alternativ kann er unter folgendem Link heruntergeladen werden: