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Unsere Pfarrkirche

kirche-rohbau-01_300Wegen des großen Zustroms an Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Osten, werden im nicht nur im Stadtgebiet der Gemeinde St. Michael, sondern auch in den weiten ländlichen Gebieten Seelsorgestationen eingerichetet - so auch in Loga. Im Haus Russell in Loga feiern die Gläubigen regelmäßig Gottesdienste.

Im November 1953 erklärt sich der Kirchenvorstand St. Michael bereit, für die Kuratiegemeinde Leer-Loga eine Kirche zu bauen. 

Am 8. Dezember 1954 erfolgt die Grundsteinlegung. In einer schlichten Feier wird der Grundstein, ein heller Sandstein, gesegnet. Außen trägt der Grundstein die Inschrift: i.H. beatae Mariae virginis (zu Ehren der Hl. Jungfrau Maria). Im Marianischen Jahr 1954 begonnen, erhält dieses Gotteshaus den Namen „St. Marien“.

Die Marienkirche ist ein echtes Werk der Gemeinschaft der Einheimischen und der Vertriebenen. Neben den finanziellen Hilfen sind es vor allem auch die freiwilligen und vielseitigen Arbeitseinsätze von Jung und Alt, die Bewunderung hervorrufen.

 

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Anfang der 1990er Jahre wird immer deutlicher: Der Zahn der Zeit nagt an der Kirche. Geldmangel macht es lange Zeit unmöglich, eine Renovierung vorzunehmen. Nachdem der Bischof seine Zustimmung gibt, kann mit den Planungen begonnen werden.

Am 01.01.1996 feiert die Gemeinde zum letzten Mal in der „alten“ Kirche die Hl. Messe. Ab Donnerstag den 04.01.1996 wird dann für elf Monate die Hl. Messe im Hermann-Lange-Haus gefeiert.

Nach Beendigung der Arbeiten feiert die Gemeinde den Einzug in ihre „neue“ Kirche: Am 30.11.1996 wird der Altar in einem feierlichen Gottesdienst von Bischof Dr. Franz-Josef Bode konsekriert.

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Die Glocken

Das Gotteshaus verfügt über vier Glocken, die seit 1961 die Gläubigen zur Messe rufen. Täglich um 8 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr erschallt das Angelus-Geläut und unzählige Male hat die Totenglocke den Weg des Verstorbenen begleitet.

Schon 1961 führt der Kirchenvorstand St. Marien erste vorbereitende Gespräche über die Anschaffung eines Glockengeläutes. Nach Beschlussfassung am 8. Mai 1963 wird im August ein Bronzegeläut mit dem Gloriamotiv in den Tönen d´- e´- g´- a´ bei der Monasterium Glockengießerei Feldmann und Eijsbouts in Münster in Auftrag gegeben.
Die Glocken werden allein aus Spenden der Gemeindemitglieder finanziert, da es vom Bistum Osnabrück keinen Zuschuss
für die Anschaffung von Glocken gibt.

Beim Glockenguss am 29. Oktober 1963 in Münster sind auch einige Mitglieder des Kirchenvorstandes anwesend. Am 7. Dezember werden vier Glocken geliefert. Am 8. Dezember, dem neunten Jahrestag der Grundsteinlegung der Kirche, feiert die Gemeinde die Weihe der Glocken, die Pastor Brockschmidt wegen einer Erkrankung des Dechanten Lammers selbst vornimmt.

Die „d´-Glocke“, die größte Glocke, wiegt 1.750 kg und hat einen Durchmesser von 140 cm. Sie wird Christus König, die „e´-Glocke“ St. Ludger, die „g´-Glocke“ St. Hedwig und die „a´-Glocke“ Maria Königin geweiht. Am 13. Dezember wird das Geläut in den 24 m hohen Turm der Kirche aufgehängt. St. Marien ist damit die erste Kirche der Stadt Leer, die nach dem Krieg über ein vollständiges Geläut verfügt. Die Glocken werden mit denen der Nachbarkirchen, der Christuskirche und der Logaer Kirche, so abgestimmt, dass bei hohen Anlässen beim Klang aller Glocken eine harmonische Gemeinsamkeit möglich ist. Heiligabend 1963 erklingen die vier Glocken zum ersten Mal in vollem Geläut.

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Die Kunstgegenstände

Die Pfarrkirche unserer Kirchengemeinde ist grunsätzlich sehr schlicht gehalten. Bei der Renovierung 1995 wurde daher auch darauf geachtet, dem schlichten Charme des Hauses zu entsprechen.

Wenn wir durch das Hauptportal unser Gotteshaus betreten, schreiten wir unmittelbar nach dem Eingang über ein Medaillon aus Bronze, das in den Fußboden eingelassen ist. Es zeigt den Propheten Elia, der erschöpft und mutlos in der Wüste unter einem Ginsterstrauch schläft. Ein Engel Gottes spricht ihm Mut zu und reicht ihm Brot. So gestärkt, kann er seinen Weg gehen (vgl. 1 Könige 19, 4-8).

Wie Elia sind wir oft auf unserem Lebensweg müde und erschöpft. Gott spricht uns an und reicht uns eine Speise, in deren Kraft wir unseren Weg gehen. Das Wort Gottes erreicht uns zunächst am Taufbrunnen, wenn wir in der Feier der Taufe zu „Kindern Gottes“ werden. Der Taufbrunnen an der rechten Seite vor den Altarstufen ist wie die übrigen sakralen Orte von den Brüdern Christoph und Michael Winkelmann aus Gümme am Möhnesee aus rotem Main-Sandstein gefertigt. Der Bronzedeckel zeigt Jona, wie er aus dem Bauch des Fisches heraus seine Hände nach oben streckt und neu geboren wird (vgl. Buch Jona 2). Durch die Taufe sind wir zu neuem Leben in Christus geboren.

Neben dem Taufbrunnen steht auf einem verzierten Bronzeleuchter die Osterkerze.

Das Wort Gottes erreicht uns ferner in der Verkündigung vom Ambo. An seiner Vorderseite ist der untergehende Petrus zu sehen, der in seiner Not und seinem Zweifel von den Händen Jesu gehalten wird (vgl. Matthäus 14, 22-33).

Die heilige Speise empfangen wir in der Eucharistiefeier vom Altar her, wenn uns die heilige Kommunion gereicht wird. Christus bestärkt uns mit seinem Wort und Sakrament, damit wir aus der Verbindung mit ihm unser Christ sein leben können. Nach der Heiligen Messe wird die eucharistische Gabe im Tabernakel aufbewahrt: für Kranke und Sterbende als Wegzehrung und zur anbetenden Verehrung für alle Gläubigen. Der Tabernakel soll den „brennenden Dornbusch“ in der Wüste darstellen. Gott offenbart sich dem Mose und sagt: „Der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ (vgl. Exodus 3,5) So ist für uns der Aufbewahrungsort der Eucharistie ein heiliger Ort, dem wir uns in Scheu und Verehrung nähern.

Das Medaillon aus Bronze, das vor dem Tabernakel in den Boden eingelassen ist, zeigt ein eucharistisches Motiv: Der Pfau (er steht für den „Menschen“) empfängt unvergängliches Leben aus dem Christussymbol, aus dem Trauben (= Leben, Nahrung, Kraft) erwachsen.

Über dem Tabernakel ist das den Raum beherrschende Marienbild zu sehen, das für unsere Kirche typisch ist. Von Hans Exler, einem Osnabrücker Kunstmaler, nach einem Entwurf von Walter Mellmann im Jahre 1955 in Fresko-Manier gemalt, ist es von den Kunstmalern Lepper und Walter aus Soest anlässlich der Renovierung gründlich gereinigt und farblich aufgefrischt worden. Maria zeigt der Gemeinde und somit der ganzen Welt das Jesuskind. Maria, Königin des Himmels und der Erde, steht auf einer Mondsichel, auf Wolken und Gestirnen.

Links im Altarraum steht ein großes Vortragekreuz, das in romanischem Stil den verherrlichten Christus zeigt. Es wird bei feierlichen Gottesdiensten an der Spitze der Prozession getragen, mit der die am Altardienst beteiligten Personen in die Kirche ein- und ausziehen.

ImageDer Altar möchte mit vier biblischen Szenen aus dem Johannes-Evangelium, die reliefartig in die Seiten eingemeißelt sind, Impulse für ein Leben aus dem Glauben geben. Auf der Vorderseite ist eine Szene aus der „Hochzeit zu Kana“ zu sehen: Maria, die Mutter Jesu, verweist die Menschen, denen der Wein ausgegangen ist, auf Jesus und sagt ihnen: „Was er euch sagt, das tut.“ (vgl. Johannes 2, 1-12) . Auch uns sagt Maria , dass wir auf Jesus schauen sollen und dass uns geholfen wird, wenn wir nach seinen Worten handeln.

Auf der Rückseite ist die „Fußwaschung“ (vgl. Johannes 13, 1-7) dargestellt. Jesus wäscht am Abend vor seinem Leiden seinen Jüngern die Füße und gibt uns allen damit ein Beispiel, wie wir miteinander umgehen sollen.

Auf der dem Priestersitz zugewandten Seite sehen wir die „Frau am Jakobsbrunnen“ (vgl. Johannes 4, 1-26). Jesus unterhält sich mit einer samaritischen Frau. Im Verlauf des Gespräches offenbart er sich dieser suchenden und fragenden Frau als der verheißende Messias. Diese „Frau am Jakobsbrunnen“ steht stellvertretend für alle Menschen, die auch in unserer Zeit auf der Suche nach dem wahren Erlöser sind.

Auf der anderen Seite des Altares ist eine Szene aus der Speisung einer großen Menschenmenge durch Jesus dargestellt. Der Herr sättigt sie mit den „fünf Gerstenbroten und zwei Fischen“, die ein kleiner Junge zur Verfügung stellt (vgl. Johannes 6, 1-16). Dieser „kleine Junge“ steht für die vielen Menschen, die das Wenige, das sie haben, Jesus zur Verfügung stellen. Durch den Segen Jesu werden ihre Gaben vervielfältigt, so dass sie für viele reichen.

Vor dem rechten Seitengang sehen wir auf einem ebenfalls aus dem roten Sandstein hergestellten Wandbild die hl. Hedwig. Sie ist die Patronin von Schlesien, der damaligen Heimat vieler Gemeindemitglieder. Vor dem linken Seitengang zeigt das Wandbild den hl. Liudger, der als erster Bischof von Münster den christlichen Glauben nach Ostfriesland gebracht hat.